Welche Auswirkungen hat die aktuelle Situation auf Ihre Tätigkeit?

Wir haben jeden Tag weitergearbeitet, ohne besondere Einschränkungen. Wir sind ein kleines Unternehmen, es ist für uns einfacher die nötigen Distanzen einzuhalten. Wir sind gleichzeitig zu zweit, maximum zu dritt im Betrieb und jeder arbeitet in seinem Bereich, deshalb haben wir kaum Kontakt miteinander. Ausser beim gemeinsamen Frühstück, wo wir darauf achten, den Abstand einzuhalten. Mit den Produzenten ist alles schon automatisiert, da hat es also auch wenig Kontakte.

Auf welche Schwierigkeiten oder Befürchtungen sind Sie gestossen?

Eine unserer Mitarbeiterinnen hat Symptome entwickelt und musste 10 Tage lang in Quarantäne bleiben. Zum Glück war sie in den Ferien, bevor sie krank wurde, sie hatte also keinen Kontakt mit dem Rest des Teams. Wenn ich den Virus gehabt hätte, hätte ich die Käserei schliessen müssen und das wäre sehr kompliziert geworden.

Haben Sie positive Auswirkungen der Krise feststellen können?

Die Meisten Sitzungen und Verpflichtungen ausserhalb der Produktion wurden abgesagt. Das hat das Leben entschleunigt und ich hatte mehr Zeit. Dadurch konnte ich von meiner Familie und vom Garten profitieren und konnte draussen Sport treiben. Auf beruflicher Ebene habe ich mich nicht für neue Verkaufsmethoden, wie dem Onlinehandel, interessiert. Ich habe nicht viel Zeit für den Direktverkauf, das wäre ein zu grosser Aufwand gewesen.

Wie geht es Ihnen persönlich?

Niemand in meiner Familie war krank, das ist wichtig. Wir haben zu Hause trotzdem viel darüber geredet, auch mit den Kindern. Nicht jeder ist diesbezüglich gleicher Meinung und das ist normal. Nach meiner Erfahrung ist es im privaten Umfeld schwieriger, die Massnahmen umzusetzen als im Beruflichen.

Mussten Sie einen Teil Ihrer unternehmerischer Tätigkeit in Frage stellen?

Ich exportiere ein bisschen und wir hatten ein paar Wochen, in denen kein einziges Stück verkauft wurde. Ich habe mich deshalb entschieden, nur noch die Hälfte von dem, was wir normalerweise produzieren, herzustellen. Ich bin eher vorsichtig was die Zukunft angeht und bin nicht sehr optimistisch für unseren Markt, denn wir laufen Gefahr, dass Konsumenten weniger ausgeben wollen. Deshalb habe ich lieber weniger als zu viel Ware.