Eine Familienkäserei

Marc Delacombaz ist 33 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern. Er hat die Käserei von Montbovon, in der er zuvor mehrere Jahre gearbeitet hatte, am 1. Januar 2018 von seinem Vater André übernommen. «Die Übergabe der Käserei wurde im Vorfeld vorbereitet und verlief sehr gut.» Seine Eltern sind im Betrieb noch sehr präsent, um ihn zu unterstützen, sein Vater in der Käserei, seine Mutter im Laden. Marc Delacombaz beschäftigt einen Vorlehrling und zwei Teilzeit-Arbeitskräfte in der Molkerei sowie verschiedene Teilzeitverkäuferinnen im Laden.

Die Käserei von Montbovon ist eine kleine Familienstruktur, was sie jedoch nicht daran hindert, ein vielfältiges Produktesortiment und mehrere Spezialitäten anzubieten. So findet man in ihrem Laden Fonduemischungen, Ziger, Joghurts, Doppelrahm, Milch, aber auch Raclette, Pré-Fleuri, Le Gruyère AOP und selbstverständlich Vacherin Fribourgeois AOP. «Dieser wird seit über 30 Jahren in Montbovon hergestellt und zwar mit einer Quote, die über die Jahre von zwei Tonnen in meiner Lehrzeit auf heute zehn Tonnen zugenommen hat.»

« Der Vacherin passt zu jeder Gelegenheit»

Was der Käser beim Vacherin Fribourgeois AOP mag, ist die mögliche Vielfalt von einer Käserei zur anderen. Dadurch kann sich jeder Käser profilieren, und die Qualität ist trotzdem immer gleichbleibend anspruchsvoll. Er verrät uns, dass der Käse all seine Mahlzeiten begleitet: «Der Vacherin passt zu jeder Gelegenheit!» Am Morgen wähle ich eher einen drei Monate alten Vacherin, wegen seines weichen und abgerundeten Geschmacks. Für das Apero und Abendessen ziehe ich jedoch einen reifen und kräftigen Vacherin Fribourgeois AOP vor, der die Geschmacksknospen anregt.»

Die Auszeichnung des Staatrats 2021

Bei der Auszeichnung des Staatsrats können die Mitglieder der Branchenorganisation, welche im Laufe des Jahrs vor dem Wettbewerb die besten Taxationsresultate erzielt haben und sich für die Teilnahme am Wettbewerb interessieren, an der Vorauswahl teilnehmen. «Wir waren stolz und glücklich, ausgewählt worden zu sein. Für uns war der Wettbewerb die Gelegenheit, unsere Käserei und unseren Vacherin Fribourgeois AOP einem breiteren Publikum vorzustellen.» Die ausgewählten Warenlose werden im Vorfeld von einer Expertenkommission beurteilt. Diese wählt drei Exemplare jedes Käses für die Endwahl des Staatsrats aus. Diese letzte Etappe verlief dieses Jahr individuell bei jedem zuhause, damit die Covid-bedingten Vorgaben eingehalten werden konnten.

Eine Belohnung für die ganze Wertschöpfungskette

Dieser Preis des Staatsrats erfüllt Marc Delacombaz und sein Team mit grossem Stolz und Zufriedenheit. Aber nicht nur das. Es geht auch um den Stellenwert der Milchproduzenten, die sich für die hervorragende Qualität ihres Produkts einsetzen. Ihre Arbeit ist sehr wichtig, und Marc Delacombaz unterhält sehr gute Beziehungen zu ihnen. Ihr Vacherin Fribourgeois AOP wurde im Übrigen am letzten dreijährlich stattfindenden Wettbewerb der BOVF bereits mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. «Diese beiden Auszeichnungen waren sehr motivierend. Unsere Mitarbeiter und Milchproduzenten waren sehr stolz, für ein Produkt zu arbeiten, dessen Qualität anerkannt wird.»

Die positiven Auswirkungen

Auch wenn die Nachfrage der Kunden nach Produkten der Käserei von Montbovon bereits früher anhaltend hoch war, konnten nach Ankündigung der Wettbewerbsergebnisse neue Kunden dazu gewonnen werden. Ausserdem gingen zahlreiche Glückwünsche ein. «Mehrere Freiburger Medien haben uns kontaktiert, um Presseartikel zu verfassen. Sehr geehrt hat uns der Besuch von Staatsrätin Anne-Claude Demierre, die bis nach Montbovon kam, um uns den Preis persönlich zu übergeben.» Für Marc Delacombaz ist dieser Preis ein gutes Mittel, um die AOP-Käse in den Fokus, auf den Tisch der politischen Entscheidungsfindung zu bringen. Ausserdem ermöglicht es der Turnus unter den Gewinnern, jedes Jahr einem anderen Produkt zu Sichtbarkeit zu verhelfen. «Ich denke, dass dieses System der ganzen Wertschöpfungskette zu Gute kommt.»